Diese Redewendung lässt sich eins zu eins auf den Weg von jungen Menschen zum Abitur übertragen.

Im Mitteilungsblatt der letzten Woche hat meine Kollegin Sabine Waldenmaier die Wege aufgezeichnet , wie Jugendliche nach 6 Jahren Gemeinschaftsschule und erfolgreich abgelegter Mittlerer Reife zum Abitur gelangen können. Eine ausführliche Dokumentation dazu finden Sie unter: www.hemmingen.freiewaehler.de.
Diese vielfältigen Möglichkeiten waren für uns das Hauptargument für unsere Entscheidung gegen die Machbarkeitsstudie und damit gegen die Oberstufe an der Glemstalschule.
Daneben gibt es aber auch noch den finanziellen Aspekt (siehe die folgenden Zeilen), den wir Freie Wähler nicht aus den Augen verlieren.
Der Sachkostenzuschuss, den der Schulträger vom Land erhält, beträgt für Schüler einer Gemeinschaftsschule derzeit noch über 1300 Euro. Für Realschüler und Gymnasiasten erhält der Schulträger nur gut 600 Euro überwiesen. Trotz dieses hohen Beitrages des Landes muss der GVV als Schulträger in diesem Jahr ca. 200.000 Euro zum Betrieb der Glemstalschule beitragen.
Dieser Beitrag wird sich nach der Generalsanierung deutlich erhöhen.
Wir werden dann mit dem vierfachen Betrag zu rechnen haben, also mit 800.000 Euro. Diese setzen sich zusammen aus:
Ca. 400.000 Euro für Zins und Tilgung – Basis ist eine Rate von 4 %. Jeder Prozentpunkt mehr schlägt dann mit 100.000 Euro zu Buche.
Ca. 200.000 Euro für Abschreibung – Doppik sei Dank muss die Abschreibung ja inzwischen im laufenden Haushalt erwirtschaftet werden. Wir in Hemmingen praktizieren dies bereits seit 2 Jahren.
Ca. 200 000 Euro Zuschussbedarf für den laufenden Betrieb – sollte der Sachkostenbeitrag um 100 Euro pro Schüler gesenkt werden, erhöht sich diese Zahl um 40 bis 50 Tsd. Euro.
Legt man den bisherigen Verteilungsschlüssel zugrunde, so wird der Hemminger Haushalt dann mit mindestens 320.000 Euro statt derzeit 80.000 Euro belastet. Nach einer zu erwartenden Änderung der Zinspolitik und einer möglichen Änderung der Zuschusspolitik des Landes müssen wir mit einem deutlichen Anstieg dieser Zahlen kalkulieren.
Die oben genannten Zahlen beziehen sich ausschließlich auf den Betrieb einer Sekundarstufe I an der Glemstalschule nach der Generalsanierung.
Nun zum Thema Oberstufe an der Glemstalschule. Diese muss zwingend dreizügig sein, kann also nicht zweizügig werden, wie es die Schulleiterin neulich in einem Interview nebenbei erwähnte (sollte man als Schulleiterin eigentlich wissen!!!). Voraussetzung zum Betrieb dieser Oberstufe sind also mindestens 9 Klassenzimmer, dazu kommen weitere Fachräume und Programmflächen bis hin zu zusätzlichen Sportstätten. Dafür sind dann Investitionen nötig, die sich sicherlich ebenfalls im Bereich von mindestens 15 Millionen Euro bewegen werden. Dieser Betrag ist nachvollziehbar, wenn man die Kosten für den naturwissenschaftlichen Trakt am Hans-Grüninger-Gymnasium in Markgröningen mit ca. 10 Millionen Euro und den Neubau einer zweizügigen Gemeinschaftsschule in Möglingen mit prognostizierten Kosten von ca. 15 Millionen Euro zugrunde legt.
Für den Hemminger Haushalt würde dies eine weitere Belastung von mindestens 300.000 Euro bedeuten, und dies vor dem Hintergrund, dass unser Haushalt jetzt schon ein strukturelles Defizit in beträchtlichem Umfang ausweist. Wir müssten uns dann im Gemeinderat nicht mehr über das Bastelgeld für die Kindergärten oder unsere Aufwandsentschädigung streiten. Dann müssten die dicken Bretter gebohrt werden, es müssten Steuern und Gebühren drastisch erhöht werden. Weil dies nicht ausreichen wird, werden wir sparen müssen, damit rücken die Freiwilligkeitsleistungen der Gemeinde in den Fokus. Der Gemeinderat wird dann über deutliche Einschränkungen bis hin zur Aufgabe von Angeboten nachdenken müssen.
Dies wollen wir Freien Wähler nicht!!!
Wir wollen, dass uns liebgewonnene Einrichtungen erhalten bleiben. Auch deshalb haben wir uns gegen eine Machbarkeitsstudie zur Einrichtung einer Sekundarstufe II an der Glemstalschule entschieden.
Wir wissen natürlich, dass wir mit dieser Entscheidung einige von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, enttäuscht haben. Wir müssen aber auf das Wohl aller Bürgerinnen und Bürger Hemmingens schauen, viele dieser Menschen sind von unserem Beschluss nicht betroffen, wären es aber von den oben aufgezeigten Folgen daraus. Wir haben in der letzten Woche an dieser Stelle den Plan B (der für uns seit langem der Plan A ist!!!) für die Glemstalschule aufgezeigt. Wir hoffen und wünschen uns, dass die dortige Schulleitung diesen auch in der Schublade hat und nicht erst jetzt damit beginnt, darüber nachzudenken – zumal sie ja schon seit geraumer Zeit über unsere Einstellung zum Thema Oberstufe an der Glemstalschule informiert ist.
Für die Freien Wähler
Wolfgang Gerlach

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