Bei der letzten Gemeinderatssitzung standen unter anderem die angebotenen Betreuungszeiten in den Kitas und die sich abzeichnende Entwicklung auf der Tagesordnung.
So nahm die Verwaltung schon seit einiger Zeit wahr, dass die Nachfrage der Eltern nach Ganztags-Angeboten (GT) bis 17 Uhr rückläufig ist.
Zurückzuführen ist diese Entwicklung vermutlich auf flexiblere Arbeitszeitmodelle und die mittlerweile vermehrten Möglichkeiten des Arbeitens im Homeoffice.

Aufgrund des Fachkräftemangels insbesondere in diesem Bereich, stellte sich also zwingend die Frage, ob die Beibehaltung des derzeitigen Betreuungsangebots auf „Vorrat“ laut Betriebserlaubnis noch vertretbar ist – hauptsächlich da die ohnehin mangelnden Fachkräfte an die Randzeiten gebunden werden und somit in den Kernzeiten fehlen, wo sie dringend benötigt werden.

Dazuhin wird es immer schwieriger, das dringend benötigte Personal auf dem Arbeitsmarkt gewinnen zu können – vor allem für Betreuungszeiten bis 17 Uhr, da viele umliegende Kommunen die Betreuungszeiten auf 16 Uhr und teilweise sogar 15 Uhr aufgrund der gleichen Entwicklungen und Probleme angepasst haben.

Die Gemeindeverwaltung arbeitete drei mögliche Varianten aus und stellte diese dem Gremium vor.

Variante 1
Umwandlung nicht belegter GT-Plätze in VÖ und Regelgruppen, die Basis der Ganztagsbetreuungszeiten bleibt bei 10 Stunden/Tag (49 Stunden/Woche).
Personaleinsparung: 4,45 Kräfte

Variante 2:
wie Variante 1, allerdings würde die Betreuungszeit der Ganztagsgruppen auf 16 Uhr verkürzt. (9 Stunden/Tag – 45 Stunden/Woche).
Personaleinsparung: 7,36 Kräfte

Variante 3:
Ganztagesgruppen bleiben nach derzeitiger Betriebserlaubnis erhalten (keine bedarfsgerechte Anpassung), werden aber alle auf 16 Uhr begrenzt.
Personaleinsparung: 4,5 Kräfte

Die Verwaltung hat sich für die Variante 1 ausgesprochen. Dieser Empfehlung konnte das Gremium mehrheitlich zustimmen.
Somit wird die bestehende und nachgefragte (also benötigte) Ganztagsbetreuung bis 17 Uhr weiterhin bedarfsgerecht angeboten. Es wird davon abgesehen weiterhin Ganztagsplätze in großer Zahl auf Vorrat zu halten!
Die Entwicklung der Nachfrage wird im Auge behalten und auch bei steigendem Bedarf gegebenenfalls wieder aufgestockt.
Bei einem unerwarteten sprunghaften Anstieg der Nachfrage könnte es dann unter Umständen zu Wartezeiten kommen, da allein die Anpassung der Betriebserlaubnis bis zu 6 Wochen in Anspruch nehmen kann. Doch unter den gegebenen Umständen hielt das Gremium dies für vertretbar.
Diese Variante entbindet immerhin 4,45 Fachkräfte, die momentan in der Ganztagsbetreuung gebunden sind und nun in den Kernzeiten, wo sie dringend benötigt werden, entlasten können.

Für die späten Randzeiten wurde die Verwaltung beauftragt nach dem Vorbild umliegender Kommunen ein Zuschlagsmodell (sog. Spätschicht-Zulage) zu entwickeln, um das Personal zu halten und neues zu gewinnen.
Wir hoffen somit auch künftig bedarfsgerecht die GT-Betreuung bis 17 Uhr anbieten zu können.

Eine weitere Änderung der Betreuungszeiten betrifft die Regelbetreuung in den kleineren Einrichtungen ohne Ganztagsbetreuung (Kitas Blohngärten und Albert-Schweitzer-Straße)
Die derzeitigen Öffnungszeiten von täglich 7:30 Uhr – 12:30 Uhr und mittwochs/donnerstags von 15 Uhr bis 17 Uhr werden aufgrund der geringen Nachfrage an der Nachmittagsbetreuung ab September 2023 durch ein Vormittagsangebot von 07:00 Uhr – 13: Uhr ersetzt.

Für die Fraktion der Freien Wähler
Sabine Waldenmaier
(Fraktionsvorsitzende)



 


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