Im Rahmen der Nachhaltigkeitstage Baden-Württemberg stellten die Gemeinde Hemmingen und die „Naturenergie Glemstal“ das Nahwärmekonzept Hemmingen Mitte-Nord und West vor.

Es ist die Weiterentwicklung der bisherigen Nahwärmeversorgung, die den Wohnpark Schlossgut, die Sichelhäuser und das Wohn- und Geschäftshaus (Ärztehaus) sowie einige Industriebetriebe mit Wärme aus der Biogasanlage Haldenhof und der Holzheizzentrale versorgt.

Geplant ist eine neue Leitung, die ausgehend von der Heizzentrale an der Firma Porsche vorbei Richtung Ortsmitte, Eisgasse und zur Bahnhofstraße verläuft. Dort wird sie geteilt.

Eine Leitung zweigt ab Richtung Hochhäuser im Bereich Schauert. Eine weitere folgt der Bahnhofstraße und dann über die Mörikestraße, die Seestraße und den Viehweg hoch bis zur Eberdinger Straße.

Am Ende der Hochstetter Straße wird die Biogasanlage Huber angeschlossen, deren Wärme bisher weitgehend unbenutzt blieb.

Der beste Standort für eine Pelletheizzentrale, die zur Wärmeversorgung zusätzlich noch benötigt wird, muss noch durch ein Umweltverträglichkeitsgutachten genau geprüft werden.

Dieses Hemminger Nahwärmekonzept kann jedoch nur verwirklicht werden, wenn mindestens 70 % der Eigentümergemeinschaften in den Geschosswohnungsbauten in diesem Gebiet sich daran beteiligen.

Nach dem ersten Stimmungsbild am Tag der offenen Tür, denke ich, dass das möglich sein sollte.

Das bereits bestehende Nahwärmenetz kombiniert die Abwärme der Biogasanlage Haldenhof mit einem Hackschnitzel- und Pelletofen in der Heizzentrale. Dadurch werden aktuell ca. eine Millionen Liter Heizöl eingespart. Die geplante Erweiterung beinhaltet ein zusätzliches Einsparpotential von ca. neunhunderttausend Liter Heizöl.

Zudem erzeugt die Biogasanlage Haldenhof, die zu 30% mit Gülle betrieben wird, 5,5 Millionen kWh Strom pro Jahr. Die Biogasanlage Huber, die zu 70% mit Gülle und Mist betrieben wird, produziert 1,5 Millionen kWh. Das ist zusammen ungefähr die Strommenge die von allen Hemminger Privathaushalten im Jahr verbraucht wird.

Heute schon müssen bei der Erneuerung einer bestehenden Heizungsanlage 10% der Energie aus Erneuerbaren Quellen stammen. Dies kann den Nutzern der Nahwärme völlig gleichgültig sein: Selbst wenn die Verordnung verschärft würde – mehr als 100% Erneuerbare Energie geht nicht.

Um die Akzeptanz in der Bürgerschaft zu erhöhen, ist die Gründung einer Energiegenossenschaft geplant. An dieser kann sich jeder mit einer noch festzulegenden Summe beteiligen, unabhängig davon, ob er Energie bezieht oder nicht. Bei einer geplanten Rendite zwischen 3% und 4% ist dies sicherlich keine schlechte Investition. Und: das investierte Geld kommt Hemmingen und seiner Bevölkerung zu Gute.

Heutzutage bastelt fast jede Kommune an einem Leitbild für die Zukunft und sucht dabei nach Antworten auf folgende Fragen:

Welche Ziele hat sie? Wie sehen Gemeinde und ihre Bürger sich selbst? Wie präsentieren sie sich nach außen? Wie werden sie von Ortsfremden wahrgenommen?

Die Hemminger Nahwärmeversorgung mit seinem in sich schlüssigem Gesamtkonzept und seiner Größenordnung hat sicherlich das Potential, um Hemmingen weit über unsere Region hinaus bekannt zu machen.

Dieses Konzept kann ein großer Baustein unseres zukünftigen Leitbildes werden. Mit ihm kann sich bestimmt ein Großteil unserer Bürger identifizieren.

An anderen Orten wird über die Energiewende geredet. In Hemmingen wird gehandelt.

Die Fraktion der Freien Wähler steht voll hinter diesem Projekt und hofft, dass es möglichst bald zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden kann.

Falls Sie Interesse an Informationen aus erster Hand haben: Besuchen die das nächste monatliche Treffen der Freien Wähler am 23.05 um 19:30 Uhr im Nebenzimmer der Gaststätte „El Greco“.

Ulrich Ramsaier, Initiator und treibende Kraft dieses Projekts, wird es in allen Details vorstellen und anstehende Fragen beantworten.

Für die Freien Wähler Hemmingen im Sinne von „Hemmingen geht uns alle an!“

Günter Ramsaier.


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    • 16.03.2019
    • 16.03.2019