Fortsetzung der unendlichen Geschichte um die Sekundarstufe II an der Glemstalschule.

In der letzten Sitzung des Gemeinderates wurde der Antrag der SPD, erneut die Einrichtung einer Sekundarstufe II, sprich einer gymnasialen Oberstufe, an der Glemstalschule zu prüfen, entschieden.

Bereits am 08.11.2016 hatten wir uns zusammen mit den Stimmen der CDU und der FDP gegen eine Machbarkeitsstudie zur Sekundarstufe II an der Glemstalschule ausgesprochen. In dieser Sitzung hatten wir ausführlich die Gründe unserer Entscheidung offengelegt, daran hat sich auch bis heute nichts geändert.

Im Gegenteil, denn mit den uns heute vorliegenden Planungswerten zur dringend notwendigen Sanierung der Glemstalschule, die lediglich die Sekundarstufe I umfasst, in einer prognostizierten Höhe von 28 – 30 Mio. ohne einkalkulierte Baugrundrisiken und ebenso ohne Ausstattung, sehen wir einen weiteren triftigen Grund von der Einrichtung einer gymnasialen Oberstufe abzusehen.

Daher folgten wir dem Vorschlag der Verwaltung und bekräftigten nochmals ausdrücklich den bereits getroffenen ablehnenden Beschluss aus der Sitzung vom 08.11.2016.

Im Hinblick auf den von Schulleitung, Eltern und Schülern beklagten Platzmangel und den ungewissen Kosten der Sanierung sehen wir die Einrichtung einer Sekundarstufe II weder für die Schüler noch für die Bürger beider Gemeinden für vertretbar bzw. verantwortbar.

Die Schülerzahlen für die gymnasialen Oberstufen an den Gemeinschaftsschulen in Tübingen und Konstanz zeigen, dass nicht so viele Schüler, wie angenommen, die doch strengen Kriterien für den Übertritt in die Oberstufe erfüllten und somit für viele Schüler, die das Abitur anstreben, der Weg eben über die beruflichen Gymnasien führt.

Ein wesentliches Kriterium für den Antrag der SPD bezog sich auf die Möglichkeit eine Oberstufe an der Glemstalschule für ca. 3 Mio. einrichten zu können. Hier bezieht sich die SPD auf Zahlen aus Tübingen.

Wir bezweifeln stark, dass sich diese Zahlen auf Schwieberdingen übertragen lassen, da hier mit Sicherheit nicht die gleichen Ausgangsbedingungen vorherrschen.
Wir erinnern hier nochmals an die jetzt schon mangelnden Raumkapazitäten für die Sekundarstufe 1. Ebenso haben die Lehrer, Schüler und Eltern immer wieder darauf hingewiesen, dass jede Klasse – insbesondere in den unteren Klassenstufen – ein Klassenzimmer benötigen, in die keine Wanderklassen kommen. Auf das System der Wanderklassen in der Oberstufe baut aber das Modell der Tübinger Minimalvariante.

Allein die Tatsache der im Raum stehenden Kosten für die Sanierung der Glemstalschule und die Frage, wie wir diese auf ein finanzierbares Niveau bekommen mit der alle Seiten leben können, lässt eine Sekundarstufe II – egal ob für 2, 3 oder 10 Mio. – schlicht und ergreifend einfach nicht zu!

Der einzige gemeinsame Nenner von Verwaltung, Gemeinderäten, Schule, Schüler- und Elternschaft liegt wohl darin, dass sich alle in dem Punkt einig sind, dass jetzt schnell mit der Sanierung begonnen werden sollte – denn selbst, wenn wir jetzt sofort loslegen könnten – ziehen noch einige Jahre ins Land, bis die Sanierung endgültig abgeschlossen ist.

Deshalb sollten jetzt wirklich alle an einem Strang ziehen und alles daran setzen die Sanierung der Glemstalschule schnellst möglich in dem Rahmen voranzutreiben, dass sie von allen Beteiligten getragen werden kann. Auch das wird keine einfache Aufgabe werden.

Die Akzeptanz einer Schule steht und fällt nicht mit dem Vorhandensein einer gymnasialen Oberstufe! Die Akzeptanz einer Schule wächst und gedeiht, wenn gute Bildungsarbeit an der Schule geleistet wird, und mit der damit verbundenen Anerkennung von Industrie, Handwerk und beruflichen Gymnasien – die alle samt dann gerne bereit sind, die Schulabgänger aufzunehmen.

Für die Fraktion

Sabine Waldenmaier

 


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    • 16.03.2019
    • 16.03.2019